| 35-jähriges Jubiläum
des Porsche Club Kirchen-Hausen
Über Pfingsten hatte der Porsche Club Kirchen-Hausen zur Feier
seines 35-jährigen Bestehens in die Toscana eingeladen. Sehr viele
sind der Einladung und dem vielversprechenden Programm gefolgt - insgesamt
waren 98 Porsche auf dem Weg nach Vidiciatico. Ein Super-Event! (wie man
das heute in Neudeutsch ausdrückt). Die Vorfreude soll ja die schönste sein (was hier aber nicht stimmte),
und daher trafen sich die Teilnehmer des PC Regensburg schon 14 Tage vor
Abfahrt, um die Reise durchzusprechen. Um 8:00 Uhr waren wir auf dem Weg, auf dem viele wohl das gleiche Ziel
hatten. Leider verpassten wir unsere Münchner Teilnehmer, die vergebens
an der Raststätte Holzkirchen auf die schnellen Regensburger warteten.
Das Wetter meinte es gut mit uns, Sonnenschein und sehr warm. Unsere Mittagspause
machten wir am Brenner - mit vorzüglichen Semmeln und mit - wie es
sich gehört - Porsche Geldermann Sekt. Wir folgten der Wegempfehlung über Modena (rechts und links waren
die Reisfelder unübersehbar) und dann die Porsche-freundliche Landstraße
nach Lizzano, Hotel Piastrella, wo wir gleich von der Familie Haas in
Empfang genommen wurden. Lundmarks bemerkten natürlich sofort die
gehisste schwedische Flagge - Danke, Michael! Zum Abendessen trafen sich alle im großen Speisesaal und Michael
Haas begrüßte alle Teilnehmer und die Honoratioren der Ortschaften,
die dieses Treffen mit ermöglicht hatten, allen voran die Bürgermeister
und den Maresciallo. Der nächste Tag begann mit dem Besuch des SAECO- Werks in einer
nahegelegenen Ortschaft. Unser Maresciallo hatte es ermöglicht, dass
alle 98 Porsche ohne Unterbrechung auf der Landstraße zum Werk unterwegs
waren. Die armen einheimischen Autofahrer, die an einer Einmündung
warten mussten! Die Kolonne wurde geführt vom Maresciallo und einem Ferrari, gesteuert
von Thomas Biagi, der nicht nur in Ferrari-Kreisen bekannt wurde durch
den Gewinn von 4 FIA-GT-Rennen in Folge. Am Nachmittag ging es dann in den Nationalpark nach Cavone und von dort
mit der Seilbahn auf fast 2000 m Höhe. Zwar soll man dort oben bei
guter Sicht westlich und östlich das Mittelmeer sehen können,
doch wir sahen nur eine bedrohliche große schwarze Wolkenbank, die
anfing, dunkel zu grollen und beim Abstieg sogar Regentropfen, Blitz und
Donner schickte. Bei der Heimfahrt kam dann der wolkenbruchartige Regen, der die Hoffnungen
auf ein trockenes Sommernachtsfest trübte. Aber der PC Kirchen-Hausen
hat nicht nur ein gutes Händchen mit den lokalen Honoratioren, sondern
auch mit den himmlischen Mächten. Als sich die Teilnehmer aufmachten zum Schwimmbad von Vidiciatico, geschah
dies trockenen Fußes und den ganzen langen Abend war kein Regentropfen
zu spüren. Das ganze Schwimmbad war für die "Porsche-Liebhaber"
reserviert und es gab ein hervorragendes Büffet mit italienischen
Speisen. Die Nachspeise wurde in Form eines riesigen Kuchens gereicht,
der das Club-Logo des Kirchen-Hausener Clubs darstellte. Ein herrliches
Feuerwerk beendete diesen Teil des Abends. Anschließend wurde eifrig
getanzt zur Musik der Band, die uns den ganzen Abend bereits unterhalten
hatte. Dass es unter den Clubmitgliedern ungeahnte Talente gibt, zeigte sich,
als ein Teilnehmer vom PC Rhein-Main-Taunus als Leadsänger "Hotel
California" zu Besten gab.Da die Nacht lang wurde, war es ganz gut,
dass am nächsten Tag eine Busfahrt nach Greve in Chianti auf den
Programm stand. Die Koordinierung der 3 Busse nahm etwas mehr Zeit als
gedacht in Anspruch, auch sollte sich zeigen, dass die Ortskenntnisse
nicht sehr breit gestreut waren, sondern sich auf den ersten Bus konzentrierten,
der leider den anderen 2 Bussen davon fuhr. Aber mit südländischer
Lässigkeit wurde das Weingut "Castello Vicchiomaggio" gefunden.
In traumhafter Lage und in alten Gemäuern wurden wir dann mit ausgezeichnetem
Essen und noch besseren Weinen verwöhnt. Von der Möglichkeit,
einige dieser Tropfen in einer Sammelbestellung zu erwerben, wurde daher
auch Gebrauch gemacht. Gutgelaunt verließen wir das Weingut und einer der Busse wurde
"gekidnappt", um nach Greve zu fahren. Da der Verfasser sich
in diesem Bus befand, hörten wir erst hinterher, dass unser Gastgeber
in der weinseligen Aufbruchstimmung "vergessen" wurde und -
zum Glück gibt es Mobiltelefone - den abgefahrenen Bussen per Anhalter
nachfahren und auf der Strecke zusteigen musste. Der Abend war zum gegenseitigen
Besuch in den Hotels gedacht, und da man mit Porsche-Freunden immer viel
zu reden hat, wurde auch dieser Abend recht lange. Auf dem Parkplatz in Cavone war ein Slalom ausgesteckt, ein herrlicher
Platz - mitten im Naturschutzgebiet! Im Winter ist dort der Parkplatz
für das umliegende Skigebiet und im Sommer der Ausgangspunkt für
Wanderungen. Mit Erlaubnis der Gemeinde und unter Kontrolle des Maresciallos
durften wir hier den Gleichmäßigkeitsslalom ausfahren. Mit
je einer Trainingsrunde und zwei Wertungsläufen für die gemeldeten
98 Fahrzeuge wurde das zu einer gigantischen organisatorischen Herausforderung.
Aber, wie nicht anders zu erwarten war, lief die Veranstaltung wie am
Schnürchen ab und sogar das zwischenzeitliche Mittagessen war eingeplant
worden. Am späten Nachmittag, als gerade der letzte Porsche durchs Ziel
fuhr, fing der Himmel wieder an, zu grummeln. Es gab wahrscheinlich dort
oben jemanden, der ein anschließendes freies Fahren verhindern wollte
und meinte, es sei genug - denn bei der Heimfahrt ging ein veritabler
Gewitterschauer auf uns nieder, der uns vom kleinen Bummel in Vidiciatico
abhielt. Zusammen mit den angebotenen Getränken war es eigentlich schon ausreichend
für den Abend, aber schließlich wurden wir in den großen
Saal gebeten und dort wurde dann das Abendessen serviert. Drei Gänge
wurden gereicht und dazwischen gab es Grußworte an die Vertreter
der Gemeinde Lizzano-Vidiciatico und alle, die diese Veranstaltung erst
ermöglichten. Aber natürlich wurde auch der Porsche Club Kirchen-Hausen
von den Vertretern der anderen Clubs mit herzlichen Glückwünschen
bedacht. Zu vorgerückter Stunde wurde von einer Band zum Tanz gebeten
und daher endete der Abend wieder mal sehr spät (oder eigentlich
sehr früh). Der letzte Tag begann mit dem Sammeln aller Autos auf dem Kirchplatz
in Vidiciatico. Zuerst wurden die Kaffeemaschinen verteilt und verstaut,
die GT3-Fahrer verzichteten aus Platzgründen gerne auf die Verpackung.
Um 10:00 Uhr begann die Messe, die eigens für uns Porschefahrer gehalten
wurde (mit Übersetzung). Pater Giacomo (erinnerte er nicht an Don
Camillo?) ermöglichte uns diese besinnliche Stunde und bat uns, darüber
nachzudenken, wie gut es uns geht, die wir an so schönen Tagen teilnehmen
können. Mit den besten Wünschen für eine gesunde Heimfahrt
und der Segnung aller Autos auf dem Kirchplatz verabschiedete er sich
von uns. Mit der anschließenden Siegerehrung vom Slalom war der
letzte Programmpunkt erreicht -die Stunde des Abschieds. Im Namen der Porsche AG bedankte sich Herr Volker Spannagel für die fantastische Veranstaltung - wobei er sicher allen Teilnehmern aus der Seele sprach. Es wurden alte Freundschaften erneuert und neue geknüpft - wie immer, wenn sich Porsche-Freunde treffen und solche Tage bleiben allen in Erinnerung. An den Porsche Club Kirchen-Hausen und speziell an die Familie Haas ein herzliches Dankeschön für diese großartige Veranstaltung. Lars Lundmark |