An den zahlreichen Anmeldungen (insgesamt 122 Personen) konnte man erkennen,
wie sehr sich alle für dieses Thema interessiert haben. Die Ausstellungshalle
des Porsche Zentrums Flughafen Stuttgart bot für diese Veranstaltung
einen überaus passenden Rahmen. Geschäftsführer Roland
Klement und sein Team waren perfekte Gastgeber. Alle Teilnehmer wurden
mit schwäbischen Spezialitäten für Mund und Gaumen verwöhnt.
Nachdem WPC-Präsidentin Ilse Nädele und Roland Klement alle
Gäste begrüsst hatten, galt die Aufmerksamkeit aller Teilnehmern
unseren beiden Referenten.
Clubmitglied Dr. Raoul Hille ist seit über 20 Jahren aktiver Hobbyflieger
und zudem lange Zeit beruflich in der Luftfahrtbranche verankert. Er
referierte über die Entwicklung der Luftfahrt und schlug mit einer
Zeitreise eine Brücke vom Mythos zur Wirklichkeit. Diese begann
bereits im Jahr 43 vor Christi mit den Erfahrungen von Ikarus und Dädalus
- 1500 n. Chr. Entwurf eines Flugapparates durch Leonardo da Vinci -
1783 erste Luftreise der Gebr. Montgolfier in Paris - 1891 erster manntragender
Flugapparat von Otto Lilienthal - 1900 Beginn der lenkbaren Luftfahrt
mit Graf von Zeppelin bis zur heutigen Bedeutung der Luftfahrtindustrie.
Dr. Raoul Hille vertiefte das Thema bis zur Frage warum ein Flugzeug
fliege und ein Porsche nicht. Er beschrieb die Thematik Auftrieb/Abtrieb
und informierte über eine Vielzahl von Höchstleistungen und
Superlativen (schnellste, grösste Flugzeuge, Spannweiten, Gewichte
etc.)
Peter Scheufler, den wir - wie übrigens auch Dr. Raoul Hille -
seit Jahren als begeisterten Porschefahrer von Slalom- und Renn-Strecken
her kennen, ist ein bekennender Adrenalinjunkie'. Er berichtete
den Clubmitgliedern von seinen Erfahrungen als Kunstflieger. Mit seinem
Vortrag - untermalt von faszinierenden Videosequenzen - entführte
der die Anwesenden in eine ganz andere Welt des Fliegens. Inspiriert
von Freunden kam er 1996 erstmals mit der Kunstfliegerei in Kontakt,
die ihn bis heute nicht mehr losgelassen hat. Der Reiz und die Erfahrung
der 3. Dimension und Fliehkräfte bis zu einem mehrfachen des eigenen
Körpergewichtes sind Eindrücke, die einem im normalen
Leben' auf dem Boden vorenthalten bleiben. Flugrollen mit einer Winkelgeschwindigkeit
von bis zu 400 Grad pro Sekunde und Beschleunigungen von -5g bis +8g
belasten bis an die physischen Grenzen. Gleichzeitig erfordert diese
Kunst Präzision und sicherheitsbewusstes Handeln, damit Spass und
Freude nicht vorzeitig enden. Man erkennt die unterschiedlichen Welten
zwischen Kunstflugpiloten und Linienpiloten, vielleicht vergleichbar
mit den unterschiedlichen Anforderungen an Formel 1-und LKW-Fahrern.
Im Anschluss nutzten die Anwesenden die Möglichkeit, Fragen zu
stellen und es entstanden angeregte Unterhaltungen.