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03PORSCHECLUBWer diese Headline liest, sagt sich wahrscheinlich: Klar, die alte Verbrenner-Gilde gegen die „Stromer“.Doch darum geht’s mir in diesem Herbstvorwort gar nicht. Denn das, was mich/uns derzeit alle so umtreibt, sind die vielen wirtschaftlichen Verwerfungen, ja, Verwirrungen. Es ist eine typisch deutsche Untugend, erst einmal alles schlechtzureden. Und das tut Mann/Frau so lange, bis es wirklich knirscht im Getriebe und man sich in seiner negativen Denkweise dann wieder bestätigt fühlt: „Ich hab’s doch g’sagt“.Das ist meiner Meinung nach nicht nur wirtschaftlich und gesellschaftlich lähmend, sondern auch pauschal betrachtet gefährlich und falsch, weil das permanente Schlechtreden zur Belastung für uns alle wird. Und da die deutsche Wirtschaft überwiegend aus Mittelstandsunternehmen besteht, die eine zentrale Säule sind, die immerhin mehr als 60 % aller Arbeitnehmer in Deutschland repräsentiert, kommt ihr/uns eine besondere Bedeutung zu. Im Jahr 2023 gab es in Deutschland geschätzt mehr als drei Millionen Unternehmen, davon sind 99,5 % kleine und mittelständische Firmen – also Ihr/Dein Unternehmen, mein kleiner Verlag. Keine Tageszeitung, kein TV-Programm wird wahrscheinlich über uns berichten. Auch unwahrscheinlich, dass sich ein Politiker (außer vor einer Wahl) bei uns persönlich blicken lässt. Und ganz ehrlich: Ich brauch’s nicht und Sie/Du sicherlich auch nicht. So können wir im stillen Kämmerlein darüber nachdenken, was wir in den letzten zehn, zwanzig, dreißig Jahren richtig, was falsch gemacht haben, um nur aus dieser Erkenntnis heraus mit all unserer Kreativität und Erfahrung Neues zu schaffen. Nur so kommen wir durch die schweren wirtschaftlichen und die derzeitig politisch belastenden Zeiten und können, nein, werden zukunftsorientiert steuern und gegensteuern. Wir setzen dabei ohne großes Palaver das um, was es uns bringt, unsere Unternehmen zu führen. So einfach geht Unternehmen. Vergleichbar mit den cirka 1.500 Startups (Stand 2023), die„einfach“ eine Idee umsetzen. Bravo! Das läßt mich an die Zukunft glauben. Andererseits eine Regierung, die ihre Machtbefugnisse einsetzt (nicht Kompetenz), um das durchzudrücken, was sie will und denkt, dass es uns, das Volk, zum Stillhalten bringen wird. Fürs Erreichen gibt es zwei Möglichkeiten: Sie sorgt mit kräftigen finanziellen Vergünstigungen erst einmal für einen Anschub oder sie verteuert das Bisherige so lange, bis einem die Lust an gewohnte Verhaltensweisen vergällt wird. Letzteres scheint das Sinnvollste zu sein, weil billiger und effizienter als groß angelegte Förderprogramme. So der gesunde Menschenverstand. Doch die Politik denkt anders … und damit eigentlich am gemeinen Volk vorbei. Paradox nur, dass genau diese Wählerstimmen (nur um das geht’s und nicht um Dich, um mich als Person) dabei vergrätzt werden; also her mit der ersten Möglichkeit, sprich: Subventionen. So wurden in den vergangenen Jahren mehr als 1.500 Gesetze, Verordnungen und Vorschriften erlassen, wirklich messbar zur Reduktion von Treibhausgasen waren exakt 189, das sind 12,6 Prozent (Quelle: TAZ August 2024) und das genügt dem überbordenden Verwaltungsapparat als immerwährende Daseinsberechtigung mit ungeheurem Steigerungspotential. „Es ist eine Illusion zu glauben, wir könnten weiterleben wie bisher, wenn wir nur das CO2 bekämpfen“, schreibt die SZ Anfang August 2024. Keine Autos, keine Flugzeuge und schon gar keine Kreuzfahrtschiffe sind nachhaltig. Der Begriff Nachhaltigkeit bedeutet doch, dass entweder keine Treibhausgase verursacht oder alle ausgeglichen werden (können). Da genügt es nicht, wenn zum Beispiel die KLM-Airline mit Nachhaltigkeit wirbt (Quelle: SZ vom 2.8.2024), und das nur, weil das Kabinenpersonal nun leichtgewichtigere Schuhe trägt und der Kabinenwagen weniger wiegt. So werde, so der Videoclip, CO2 eingespart und Passagiere dürfen/können nun unbedenklich fliegen. Upps ...?Und so beteiligen sich die Politik, die Wirtschaft und die Wissenschaft an diesem Spiel der CO2-Quantifizierung und -Zertifikate. Wenn erst einmal das CO2 bekämpft sei, so die vermeintliche Logik, dann könne der Mensch genauso weiterleben wie zuvor. Diese Selbstberuhigung funktioniert aber nur, solange man sich allein auf das CO2 konzentriert und alle weiteren Umweltschäden ausblendet. Na ja, ein bisschen wackelig wirds, von hier aus auf unser Porsche Clubleben hinzusteuern ;-). Ich würde aber meinen: Wenn wir in unseren Porsche sitzen, können wir zwar nicht fliegen, aber Neues er-fahren. Nach Österreich, über Pässe und Kurven nach Italien, nach Slowenien (ab Seite 40). Doch vorab sollten Sie sich über das informieren, was seit Juli im Porsche Motorsport geboten wurde (ab Seite 10), und wem es dann zu sportlich wird, der freut sich über (seinen) rechtzeitig eingereichten Porsche Club Ausfahrbericht ab Seite 64. Und wem verdanken wir diese sportliche und eventreiche Porsche Affinität? Es sind die ehrenamtlichen Vorstände in den regionalen Porsche Clubs. Und ganz ehrlich: Gäbe es kein PCD-Vorstandsmitglied wie Michael Haas, der sich so wie er um wirklich alle Rennsport- und Gleichmäßigkeitsprüfungen kümmert – was dann?In ein paar Wochen berichten wir über Sieger und Platzierte der Saison 2024. Das wird noch spannend.In diesem SinneMit 911 freundlichen Grüßen Frank Gindler ChefredakteurEditorialWir gegen den Strom Frank@Gindler.dePCLife 03 | 2024Abtauchen ins Smaragdgrün und Türkisblau. Dem Gluckern des Wassers lauschen. Schwelgen im Garten oder am Steg. Wärme. Oliven. Wein, Zeit und Inspiration. Am Kalterer See in Südtirol.seeleiten.itLAKE LIFESTYLETitelbild: Patrick HolzerFINESTONTOUR

