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                                    PCLife 01 | 2025 3SELBST_ST%u00c4NDIG_ARBEITENZerpfl%u00fccke ich die Headline in ihre Silben, offenbart sie mir zugleich Ironie, Schicksal und Nachdenklichkeit. Und da derzeit sowieso alles in unserem Denken und Handeln anf%u00e4ngt, unverstanden und %u201ealternativlos%u201c zu werden, wundert es nicht, wenn althergebrachte Strukturen wie marode Geb%u00e4ude in sich zusammenfallen. Wobei selbst dieser Vergleich in sich schon wieder nicht mehr stimmig ist. Wie sonst kann es sein, dass es Bauten und Gebilde gibt, die Jahrhunderte schadlos %u00fcberstehen, immer noch gebraucht werden (Stichwort: Altbauwohnung), dabei intakt und sch%u00f6n anzuschauen sind, w%u00e4hrend viel neu Geschaffenes in den letzten zehn Jahren wie aus heiterem Himmel und ohne Beeinflussung von au%u00dfen in sich zusammengefallen ist? Auf uns Menschen %u00fcbertragen meine ich damit, dass das was wir in Generationen an Wirtschaftskraft, Gemeinschaft- und Kulturgut dank unserer enormen Arbeitsleistung in zig Jahren aufgebaut haben, nun auf einmal wertlos sein soll. Da war doch %u00fcberwiegend auch viel positives dabei, was uns alle ein St%u00fcckchen weiter gebracht hat. Mit diesem gewagten Spagat komme ich wieder zur Arbeitslandschaft zur%u00fcck, obwohl sich in meinen Augen schon von dem oben Beschriebenen daraus einiges %u00fcbernehmen l%u00e4sst.SELBST %u2013 Mit diesem Wort sind wir alle gro%u00df geworden. %u201eSelbst ist der Mann%u201c, l%u00e4ngst die Frau und alle anderen auch, um ja keinen zu vergessen. Wir konnten gar nicht schnell genug 18 Jahre alt werden, um fl%u00fcgge zu sein, uns selbst zu verwirklichen. Das bedeutete uns sehr viel, sei es um Althergebrachtes (wie %u00fcbrigens jede Generation VOR uns auch) in Frage zu stellen, sei es, allein auf uns gestellt zu sein, eigenst%u00e4ndig zu agieren und endlich (!) unsere Zukunft eigenverantwortlich zu gestalten. Dabei immer im Hinterkopf einer meiner (wenigen guten) Spr%u00fcche: %u201eWo ich bin, ist vorne.%u201c ST%u00c4NDIG %u2013 Wir waren st%u00e4ndig unterwegs, um Neues zu erfahren. Wir haben %u201ealles%u201c ausprobiert, alles mitgenommen und uns %u201edie H%u00f6rner abgesto%u00dfen%u201c, weil andere auch %u201evorne%u201c sein wollten. Viele waren st%u00e4rker, mutiger, r%u00fccksichtsloser %u2013 also galt es einfach nur anders zu agieren. In der Tier- und Pflanzenwelt nennt sich das Evolution und bei uns Menschen: Weiterentwicklung. Wir haben gelernt und gelebt, dass kontinuierliches Arbeiten einfach selbstverst%u00e4ndlich ist und einzig und allein einem Ziel untergeordnet ist: Erfolg. Das war unser Lebenselixier, unsere Triebfeder in jeder Beziehung. Abgedroschen, aber man wusste: Ohne Flei%u00df kein Preis, kein Erfolg. Zu Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Mann, Frau, Arzt und Apotheker %u2026ARBEITEN %u2013 Was ist daran so verwerflich zu arbeiten? Arbeit war/ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern eine Tugend. Gerade in diesen unruhigen und bewegten Zeiten gilt, dass unsere Wertegemeinschaft wieder gesch%u00e4tzt wird. Und ja: Unsere eigene Arbeitsleitung muss unser Ego befriedigen. Wer eigenes Geld verdient(e), bestimmte sein Leben selbst %u2013 Punkt. Anno Domini 2025Schaue ich in die Runde, merke ich nichts von dem, was Medien so schlechtschreiben: Gemeint ist die Gen Y + Z, die nichts %u201etaugt%u201c. Stopp. Ich umgebe mich mit jungen Menschen, sp%u00fcre den Esprit, ihren Elan und oftmals auch die Betroffenheit, das Unverst%u00e4ndnis, warum nicht alles sofort gleich da ist: der Firmenwagen genauso wie das Gehalt eines Chefs. Wir selbst haben fr%u00fcher doch %u00e4hnlich gedacht. Oder? Eine pauschale Verurteilung angesichts einiger Ausrei%u00dfer, eine ganze Generation schlecht reden %u2013 sorry, das war fr%u00fcher schon Usus.Trotzdem: Die Priorit%u00e4ten haben sich verschoben. Work-Life-Balance ist heute das Zauberwort, man will zuallererst sich selbst gl%u00fccklich machen. Okay, sage ich %u2013 packt es an, tut es, fangt auch an, euch SELBSTund ST%u00c4NDIG an euren eigenen F%u00e4higkeiten, eurem ARBEITEN zu messen. Und wenn %u201eBalance%u201c nicht H%u00e4ngematte bedeutet, sondern eine Waage ist, dann braucht es dazu ein Gegengewicht %u2013 das vergessen die meisten. Zur richtigen Gewichtung %u2013 reine Physik und unumkehrbar %u2013 geh%u00f6rt n%u00e4mlich auch die Bereitschaft, Verantwortung zu %u00fcbernehmen, nicht in den Fu%u00dfstapfen des Vorg%u00e4ngers auf den (beruflichen) Aufstieg zu warten. Das Z%u00fcnglein an der Waage f%u00fcr die richtige Balance ist dabei ausschlaggebend und nicht die Zunge, die im Neudeutsch-Sprech einfach nur sagt: %u201eWir haben uns doch alle lieb.%u201cUnd JA, es ist Liebe, es ist Leidenschaft. JA zur Bereitschaft zu verantwortungsvollem Handeln f%u00fcr sich %u2013 und dieses auch in seinen Porsche Club ehrenamtlich einzubringen.145 g%u2018standene Vorst%u00e4nde folgten somit der Einladung des PCD-Pr%u00e4sidenten Fritz Letters zur 24. PCD-Tagung und Hauptversammlung ins neue M%u00f6venpick Hotel am Stuttgarter Airport. Die ausf%u00fchrliche Zusammenfassung zur PCD-Tagung (Seite 11) beginnt mit der Headline: %u201eWandel und Wechsel auf allen Ebenen%u201c. Das Wort %u201eGenerationswechsel%u201c, von vielen als neue Idee propagiert, ist nun auch hier im PCD angekommen. Ich kenne aus meinen zig Berufsjahren in Industrie, Handel und Wirtschaft keine Neuwahlen, die nicht automatisch auch neues und junges Blut in mit eingebracht h%u00e4tten. Das galt und gilt %u00fcbrigens auch f%u00fcr die Porsche Clubs in Deutschland. Freuen wir uns also auf das neue junge Jahr mit vielen Begegnungen und vielen neuen Er-fahrungen.In diesem Sinne Frank J. GindlerChefredakteur PORSCHECLUBFINESTONTOURFrank.Gindler@pclife-magazin.deEditorial
                                
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