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PCLife 02 | 2025 133Finest-onTour | Gourmetau%u00dferhalb %u00d6sterreichs werden oft anders bezeichnet, denn auch in Deutschland locken sie in fast allen Weinbaugebieten. Die Strau%u00dfen- oder Besenwirtschaften an der Ahr, in Baden, im Rheingau, in Rheinhessen, in der Saale-Unstrut-Region, in Sachsen und der Pfalz, an Mosel, Saar und an der Nahe leiten sich wie der Buschenschank aus einem %u00fcber der T%u00fcr h%u00e4ngenden Buschen, einem Bund aus Reisig oder Weinlaub ab. Nicht immer geht es %u2013 zumindest von au%u00dfen gesehen %u2013 so traditionell zu und weist dem Besucher ein h%u00fcbsches Gesteck an der T%u00fcre den Weg zu den Weinfreuden: Manchmal tut es auch ein einfaches Schild. Bei der Planung hilft, Die nicht gesch%u00fctzte Bezeichnung %u201eHeuriger%u201c nehmen in %u00d6sterreich inzwischen auch ganz normale Gastwirte mit Konzession f%u00fcr sich in Anspruch, weil es auch f%u00fcr die Touristen so magisch klingt, etwa im Umkreis von Wien. Ein echter Heuriger oder Buschenschank braucht zwar laut Buschenschank-Gesetz keine Gastgewerbe-Konzession; daf%u00fcr wird hier aber der Gast weder Backhendl noch ein Wiener Schnitzel auf der Speisekarte finden. Nur eine kalte Jause mit Produkten aus der Region und alkoholfreie Getr%u00e4nke d%u00fcrfen neben Wein und Schnaps aus eigener Erzeugung serviert werden. (Mehr dazu im n%u00e4chsten PCLife 03-2025)dass viele sich zusammengeschlossen haben, etwa die Strau%u00dfwirtschaften des Weinbaugebietes Mosel unter mosel.strausswirtschaften.de. In Franken sucht der kundige Weintrinker eine der rund 150 Heckenwirtschaften (heckenwirtschaften.franken.de) auf %u2013 manche sagen, dieser Ausdruck k%u00e4me vom Wort %u201eH%u00e4cker%u201c, wie der Winzer hier auch genannt wird. G%u00e4ngige Erkl%u00e4rung zum Ursprung des Wortes: Fr%u00fcher, als den Winzern noch der Ausschank ihres Weines untersagt war, wurden die neuen Tropfen im Verborgenen, %u201ehinter einer Hecke%u201c, kredenzt. Im W%u00fcrttembergischen wiederum hei%u00dfen die Schenken %u201eBesen%u201c, weil dort ein Reisigbesen an der T%u00fcr auf die Weinfreuden hinweist. W%u00e4hrend die besonders in den Gro%u00dfr%u00e4umen Heilbronn und Stuttgart verbreitet sind, sucht man in der Bodenseeregion %u201eR%u00e4dle%u201c oder %u201eR%u00e4dlewirtschaften%u201c.Wer auf seiner Verkostungstour mal keine Heckenoder Besenwirtschaft findet, darf dar%u00fcber hinaus auf eines der zahlreichen Weinfeste hoffen. Die feuchtfr%u00f6hlichen Feierlichkeiten rund um den Wein dauern meist Tage und sind auch in deutschen Anbaugebieten von der Lebensart der jeweiligen Kulturlandschaft gepr%u00e4gt. Fast in jedem Weinbauort gibt es solche Feste, die bis in den Oktober hinein stattfinden. Mit dem Titel %u201eGr%u00f6%u00dftes Weinfest der Welt%u201c darf sich allerdings eine deutsche Stadt schm%u00fccken: Der Bad D%u00fcrkheimer Wurstmarkt am Rande des Pf%u00e4lzerwaldes schenkt 300 pr%u00e4mierte Tropfen an %u00fcber 700.000 Besucher aus.%u00a9 iStock-:ViewApart

